Offsite-Backup für KMU - Möglichkeiten, Kosten, Planung, Umsetzung
Warum ein lokales Backup nicht reicht, welche Offsite-Wege es gibt und was sie kosten - ein fairer Vergleich mit Planungshilfe, Rechenbeispielen und Checkliste.
Ein Offsite-Backup ist eine zusätzliche Kopie Ihrer Datensicherung, die räumlich, netzwerkseitig und administrativ getrennt vom Unternehmen liegt - damit Brand, Diebstahl oder Ransomware nicht Originaldaten und Backup zugleich treffen. Für die meisten KMU ist eine automatisierte, verschlüsselte und unveränderbare Kopie zu einem externen Ziel - etwa einem Cloud Repository bei einem Service Provider oder einem Objektspeicher - praktikabler als wechselnde Festplatten. Band oder ein eigener Zweitstandort lohnen sich vor allem bei großen Datenmengen oder vorhandener Infrastruktur.
Dieser Leitfaden vergleicht die gängigen Wege, zeigt, wie Sie Bandbreite, Aufbewahrung und Wiederherstellung planen, und rechnet Kosten nachvollziehbar durch. Zur Transparenz: Wir bieten mit Veeam Cloud Connect selbst einen dieser Wege an. Deshalb sagen wir auch, wann er nicht passt.
Was heißt „offsite“ - und warum reicht ein lokales Backup nicht?
„Offsite“ bedeutet „außerhalb des Standorts“: eine Kopie, die ein Ereignis am Hauptstandort übersteht. Ein Backup-Server oder NAS im selben Serverraum schützt gut vor defekten Festplatten und versehentlich gelöschten Dateien, teilt aber viele Risiken mit den Originaldaten:
- Brand und Löschwasser: Ein Feuer im Serverraum trifft Server und Backup gleichzeitig.
- Hochwasser und Starkregen: Server im Keller sind besonders gefährdet.
- Diebstahl: Wer Server mitnimmt, nimmt meist auch das Backup-Gerät daneben mit.
- Überspannung: Ein Blitzeinschlag kann alle angeschlossenen Geräte beschädigen.
- Ransomware: Angreifer mit Administratorrechten suchen im selben Netz gezielt nach Backups und verschlüsseln oder löschen sie.
Das letzte Risiko ist das drängendste. Das BSI zählt im Lagebericht 2025 rund 950 bekannt gewordene Ransomware-Angriffe, überwiegend auf KMU. Nach einer Veeam-Studie waren bei 89 % der betroffenen Organisationen auch die Backup-Repositories Ziel der Angreifer. Das BSI rät deshalb im Maßnahmenkatalog Ransomware, „zumindest je eine Kopie offline“ zu sichern.
Die 3-2-1-Regel fasst das Prinzip zusammen: drei Kopien, zwei verschiedene Medien, eine Kopie an einem anderen Ort. Veeam erweitert sie zu 3-2-1-1-0 - eine Kopie zusätzlich offline oder unveränderbar, null Fehler bei der Prüfung. Beides ist keine Norm, aber eine gute Orientierung.
Was verlangen BSI, DSGVO und Cyberversicherer?
- BSI IT-Grundschutz CON.3: Sicherungsmedien müssen räumlich getrennt von den gesicherten Systemen aufbewahrt werden, möglichst in einem anderen Brandabschnitt (A12). Sicherungen dürfen nicht absichtlich oder unbeabsichtigt überschrieben werden können (A14), und ihre Wiederherstellung muss regelmäßig getestet werden (A15).
- Online-Datensicherung (CON.3.A9): Bei Online-Speicher sollten unter anderem Speicherort, Verfügbarkeit, Authentisierung und Verschlüsselung auf Speicher und Transportweg vertraglich geregelt sein - und die Netzanbindung muss zu den zulässigen Wiederherstellungszeiten passen.
- BSI-Maßnahmenkatalog Ransomware: mindestens eine Offline-Kopie, Kopien an verschiedenen Orten und eine regelmäßige Prüfung der Trennung: Ein Domänen-Administrator soll testweise versuchen, auf die getrennten Kopien zuzugreifen - das sollte nicht gelingen.
- DSGVO Art. 32: Personenbezogene Daten müssen nach einem physischen oder technischen Zwischenfall rasch wiederherstellbar sein, die Maßnahmen regelmäßig überprüft werden.
- NIS-2: Für Unternehmen, die unter das neue BSI-Gesetz fallen, gehören Backup-Management und Wiederherstellung nach Notfällen zum Risikomanagement (§ 30 BSIG). Mehr dazu im Beitrag NIS-2 und Datensicherung.
Auch Cyberversicherer schauen genau hin: Laut BSI geben Versicherungsbedingungen konkrete Maßnahmen wie ein Backup-Konzept vor. Die unverbindlichen GDV-Musterbedingungen (AVB Cyber, Stand Februar 2024) nennen etwa eine mindestens wöchentliche Sicherung, bei der kein System und keine Befugnisebene Original und Duplikat gleichermaßen verändern oder vernichten kann; der Backup-Server soll nicht in ein Managementsystem wie Active Directory eingebunden sein. Maßgeblich ist Ihre eigene Police.
Wie viel Abstand und Trennung ist sinnvoll?
Entfernung allein reicht nicht. Eine Kopie kann weit weg und trotzdem angreifbar sein, wenn sie mit denselben Zugangsdaten verwaltet wird, darauf weist auch Veeam hin. Denken Sie deshalb in vier Dimensionen:
| Dimension | Leitfrage | Gute Praxis |
|---|---|---|
| Räumlich | Übersteht die Kopie ein Ereignis am Standort? | Mindestens anderer Brandabschnitt, besser anderes Gebäude oder anderer Ort |
| Netzwerk | Kann Schadsoftware die Kopie über das Netz erreichen? | Kein dauerhaft eingebundenes Laufwerk, nur definierte Verbindungen |
| Administrativ | Kann ein kompromittiertes Admin-Konto die Kopie löschen? | Eigene Zugangsdaten außerhalb des Active Directory, idealerweise anderer Betreiber |
| Zeitlich | Lässt sich die Kopie vor Ablauf einer Frist verändern? | Unveränderbarkeit oder Offline-Medium mit ausreichender Aufbewahrung |
Eine feste Kilometerzahl gibt es nicht. Das BSI verlangt räumliche Trennung und empfiehlt einen anderen Brandabschnitt, das Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI) Bayern rät zu einem anderen Gebäude, idealerweise einem anderen Ort. Gegen regionale Ereignisse wie Hochwasser hilft nur ein Ziel außerhalb der Region.
Bei Ransomware entscheidet die zeitliche Dimension: Eine Kopie, die vor Fristablauf technisch nicht gelöscht werden kann, übersteht auch gestohlene Zugangsdaten. Mehr dazu im Beitrag Unveränderbare Backups gegen Ransomware.
Welche Wege zum Offsite-Backup gibt es?
Die Übersicht ist bewusst vereinfacht - wie gut ein Weg funktioniert, hängt stark von der Umsetzung ab.
Wechselnde USB-Festplatten
- Automatisierung
- gering, manueller Wechsel
- Trennung vom Netz
- gut, solange abgezogen
- Unveränderbarkeit
- offline, solange abgezogen
- Wiederherstellung
- schnell, sobald die Platte vor Ort ist
- Aufwand und Fehlerquellen
- hoch, vergessene Wechsel
- Kostenstruktur
- geringe Anschaffung
NAS am zweiten Standort
- Automatisierung
- hoch
- Trennung vom Netz
- oft schwach (gleiches Netz, gleiche Domäne)
- Unveränderbarkeit
- je nach Gerät, z. B. Snapshots
- Wiederherstellung
- über die Leitung oder Gerät holen
- Aufwand und Fehlerquellen
- mittel, Updates und Rechte
- Kostenstruktur
- Hardware und Leitung
Band (LTO)
- Automatisierung
- mittel, Wechsel und Transport
- Trennung vom Netz
- sehr gut, offline
- Unveränderbarkeit
- offline, WORM-Medien möglich
- Wiederherstellung
- langsam bei Einzeldateien
- Aufwand und Fehlerquellen
- hoch, Handling und Lagerung
- Kostenstruktur
- Laufwerk, Medien, Lagerung
Eigener Server im Rechenzentrum
- Automatisierung
- hoch
- Trennung vom Netz
- gut bei konsequenter Härtung
- Unveränderbarkeit
- ja, z. B. gehärtetes Linux-Repository
- Wiederherstellung
- über die Leitung oder Server holen
- Aufwand und Fehlerquellen
- hoch, kompletter Betrieb
- Kostenstruktur
- Hardware, Stellplatz, Betrieb
Objektspeicher in der Public Cloud
- Automatisierung
- hoch
- Trennung vom Netz
- gut
- Unveränderbarkeit
- ja, mit Object Lock
- Wiederherstellung
- über das Internet
- Aufwand und Fehlerquellen
- mittel, Konfiguration und Schlüssel
- Kostenstruktur
- nutzungsabhängig, ggf. Abruf und Traffic
Veeam Cloud Connect beim Service Provider
- Automatisierung
- hoch
- Trennung vom Netz
- gut, ein ausgehender Port
- Unveränderbarkeit
- je nach Angebot buchbar
- Wiederherstellung
- über das Internet
- Aufwand und Fehlerquellen
- gering, Jobs überwachen
- Kostenstruktur
- Monatspreis je Gerät und Speicher
Wechselnde USB-Festplatten
Mehrere Festplatten werden im Wechsel angeschlossen, eine liegt immer außer Haus. Das ist günstig und, solange die Platte abgezogen ist, eine echte Offline-Sicherung. Die Schwäche: Der Wechsel hängt an einer Person. Im Urlaub bleibt die Platte oft wochenlang angeschlossen - und ist für Ransomware erreichbar. Nimmt jemand sie mit nach Hause, verlassen personenbezogene Daten das Unternehmen - Verschlüsselung ist dann unverzichtbar. Laut LSI Bayern muss der Lagerort von Sicherungsmedien zudem den Ansprüchen an einen Serverraum genügen; das leistet ein Privathaushalt in der Regel nicht. Als Ergänzung in sehr kleinen Umgebungen sinnvoll, als alleinige Offsite-Strategie fehleranfällig.
NAS am zweiten Standort oder in der Filiale
Ein NAS in der Filiale oder im zweiten Gebäude empfängt Kopien automatisch und ist bei guter Leitung schnell. Der Haken ist die Trennung: Oft ist es als Netzlaufwerk eingebunden, Mitglied derselben Domäne oder mit denselben Admin-Konten erreichbar - räumlich getrennt, aber nicht administrativ. Abhilfe schaffen eigene Zugangsdaten ohne Domänenmitgliedschaft, unveränderbare Snapshots (je nach Gerät) oder ein gehärtetes Repository statt einer Freigabe. Hardware, Updates und Überwachung bleiben Ihre Aufgabe.
Band (LTO)
Band ist robust, offline und für große Datenmengen geeignet. LTO-10 speichert 30 TB nativ; Kassetten mit 40 TB hat das LTO-Konsortium für 2026 angekündigt. Wichtig: LTO-10-Laufwerke lesen und schreiben laut LTO-Konsortium nur LTO-10-Medien - für ältere Bänder brauchen Sie weiterhin ein älteres Laufwerk. Kosten entstehen für Laufwerk oder Bandbibliothek, Medien und sichere Lagerung, etwa im Bankschließfach. Dazu kommt Handarbeit: wechseln, beschriften, transportieren. Bei wenigen Terabyte ist das viel Aufwand; bei großen Datenbeständen oder vorhandener Bandinfrastruktur bleibt Band eine gute Offline-Option.
Eigener Server im Rechenzentrum (Colocation)
Sie mieten Stellplatz in einem Rechenzentrum und betreiben dort einen eigenen Backup-Server, etwa ein gehärtetes Linux-Repository mit Unveränderbarkeit. Das gibt Ihnen volle Kontrolle, aber auch den kompletten Betrieb: Anschaffung, Stellplatz, Strom, Anbindung, Patches, Hardwaretausch, Überwachung. Die administrative Trennung ist nur so gut wie Ihre Zugangsverwaltung. Sinnvoll mit eigenem IT-Team, größeren Datenmengen oder besonderen Kontrollanforderungen.
Objektspeicher in der Public Cloud (S3-kompatibel)
Veeam Backup & Replication und andere Backup-Programme schreiben direkt in S3-kompatiblen Objektspeicher. Mit S3 Object Lock werden Sicherungen für einen festgelegten Zeitraum unveränderbar; im Compliance-Modus kann sie laut AWS-Dokumentation nicht einmal das Root-Konto vorzeitig löschen. Der Preis ist Eigenbetrieb: Bucket, Object Lock, Zugriffsschlüssel und Berechtigungen müssen korrekt eingerichtet und gepflegt werden. Je nach Anbieter kosten zusätzlich Anfragen und ausgehender Datenverkehr, bei Amazon S3 etwa oberhalb eines monatlichen Freikontingents - relevant bei großen Wiederherstellungen. Prüfen Sie auch Speicherort und Rechtsraum.
Veeam Cloud Connect bei einem Service Provider
Wer Veeam nutzt, kann das Cloud Repository eines Veeam Cloud & Service Providers als Ziel einbinden. Die Kopie läuft automatisch über einen einzigen ausgehenden Port, ohne VPN. Der Provider betreibt die Infrastruktur, Sie behalten Jobs, Aufbewahrung und Verschlüsselung in der Hand. Gegen Löschung schützen - je nach Angebot - Unveränderbarkeit und der Papierkorb „Insider Protection“. Die Grenzen: Sie benötigen Veeam-Software, große Wiederherstellungen sind durch Ihre Internetleitung begrenzt, und Sie binden sich an einen Dienstleister - achten Sie auf kurze Laufzeiten und einen klaren Ausstieg. Wie das bei uns aussieht, zeigt unsere Seite zu Veeam Cloud Connect.
Wie funktioniert Veeam Cloud Connect technisch?
Veeam Cloud Connect ist Teil von Veeam Backup & Replication. Aus Ihrer Sicht läuft die Einrichtung so:
- Der Service Provider legt für Sie ein Mandantenkonto mit einem Speicherkontingent (Quota) im Cloud Repository an.
- Sie fügen den Provider in der Veeam-Konsole als Service Provider hinzu: DNS-Name des Cloud Gateways, Port (Standard: 6180) und Zugangsdaten. Ihr Backup-Server prüft dabei das TLS-Zertifikat des Providers.
- Das Cloud Repository erscheint als Sicherungsziel in Ihrer Konsole.
- Ein Backup-Copy-Job kopiert Ihre lokalen Sicherungen automatisch dorthin. Backup-Jobs können auch direkt ins Cloud Repository schreiben, die Kopie lokaler Sicherungen ist aber meist die bessere Wahl - die schnelle lokale Wiederherstellung bleibt erhalten.
Ihre Firewall muss nur die ausgehende Verbindung zum Cloud Gateway auf dem vereinbarten Port erlauben - ohne VPN-Tunnel oder eingehende Freigabe. Die Kopie ist kein Laufwerk in Ihrem Netz, das Schadsoftware einfach überschreiben könnte.
Welche Schutzmechanismen gibt es?
- Transportverschlüsselung: Veeam verschlüsselt den Datenverkehr zum und vom Cloud Repository standardmäßig.
- Eigener Schlüssel: Zusätzlich verschlüsseln Sie die Sicherungen im Job selbst (AES mit 256 Bit). Das Passwort kennen nur Sie - ohne Passwort ist keine Wiederherstellung möglich.
- Mandantentrennung: Jeder Mandant hat einen eigenen Bereich im Cloud Repository und keinen Zugriff auf fremde Daten.
- Insider Protection: Löscht jemand Sicherungen - auch ein Angreifer mit Ihren Zugangsdaten -, verschiebt Veeam sie für eine festgelegte Zeit in einen Papierkorb beim Provider. Sie sehen ihn nicht und können ihn nicht leeren; im Notfall stellt der Provider die Daten wieder bereit.
- Unveränderbarkeit: Liegt das Cloud Repository auf einem gehärteten Repository, lassen sich Sicherungen für einen festgelegten Zeitraum weder verändern noch löschen.
Welche Systeme können zu Cloud Connect sichern?
- Veeam Backup & Replication: Backup-Copy-Jobs kopieren die lokalen Sicherungen Ihres Backup-Servers. Direkte Backup-Jobs in die Cloud unterstützt Veeam für VMs aus VMware vSphere und Microsoft Hyper-V.
- Veeam Agents für Windows, Linux und macOS: Sie sichern auch eigenständig, ohne Backup-Server, direkt ins Cloud Repository - allerdings nur in der Workstation- oder Server-Edition, nicht in der kostenlosen Free-Edition.
- Einschränkungen: IBM AIX und Oracle Solaris werden nicht unterstützt, für einzelne Plattformen gelten Einschränkungen - bei Proxmox VE etwa bei der Wiederherstellung aus Backup-Kopien. Prüfen Sie Ihre Plattform vorab, mehr im Beitrag Backup für Proxmox, Hyper-V und XCP-ng.
Wann passt Cloud Connect - und wann eher nicht?
Cloud Connect passt, wenn Sie Veeam nutzen oder einführen, keinen eigenen Zweitstandort betreiben möchten und planbare Monatskosten bevorzugen. Weniger geeignet ist es bei anderer Backup-Software, sehr großen Datenmengen über eine schwache Leitung oder wenn Sie nach einem Totalausfall binnen Stunden wieder voll arbeiten müssen - dann brauchen Sie zusätzlich Ersatzhardware oder Replikation. Für die gesetzliche Langzeitaufbewahrung ist ein Archivsystem zuständig, kein Backup.
Planung: von RPO und RTO bis zur Bandbreite
RPO und RTO festlegen
Das RPO (Recovery Point Objective) gibt an, wie viel Datenverlust maximal tragbar ist, das RTO (Recovery Time Objective), wie lange die Wiederherstellung dauern darf. Legen Sie beide je System mit den Fachabteilungen fest; das BSI sieht im Datensicherungskonzept ein RPO je IT-System vor. Für die Offsite-Kopie entspricht das RPO dem Takt des Kopier-Jobs, meist täglich. Das RTO hängt bei einem Totalausfall vor allem davon ab, wie schnell Sie die Daten zurückholen.
Bandbreite und Übertragungszeit berechnen
Übertragungszeit in Stunden = Datenmenge in GB × 8.000 ÷ nutzbare Bandbreite in Mbit/s ÷ 3.600 (1 GB = 8.000 Megabit, Dezimal-Einheiten)
Rechnen Sie nicht mit der vollen Nennbandbreite, Overhead und Tagesbetrieb brauchen ihren Teil. Beispiel mit angenommenen Werten: Upload 50 Mbit/s, davon 80 % nutzbar (40 Mbit/s), erste Vollsicherung nach Komprimierung 700 GB, tägliche Änderungen nach Komprimierung 10 GB.
| Vorgang | Datenmenge (Annahme) | Rechnung | Dauer (gerundet) |
|---|---|---|---|
| Erste Vollsicherung | 700 GB | 700 × 8.000 ÷ 40 ÷ 3.600 | ca. 39 Stunden |
| Tägliche Kopie | 10 GB | 10 × 8.000 ÷ 40 ÷ 3.600 | ca. 33 Minuten |
Die tägliche Kopie passt bequem in die Nacht, die Erstsicherung braucht ein Wochenende. Damit die Leitung tagsüber frei bleibt, können Sie die Bandbreite in Veeam zeitabhängig begrenzen.
Die erste Vollsicherung: Seeding
Dauert die erste Übertragung zu lange, hilft Seeding. Laut Veeam erstellen Sie dafür die erste Vollsicherung des Backup-Copy-Jobs lokal auf einem Datenträger und lösen sie aus der Job-Konfiguration. Der Provider kopiert die Dateien in Ihren Bereich des Cloud Repositorys, Sie lesen das Repository neu ein und ordnen die Sicherung Ihrem Job zu („Mapping“) - danach fließen nur noch Änderungen. Bei uns ist Seeding nach Absprache möglich. Nötig ist es selten: Meist reichen ein Wochenende oder einige Nächte für die erste Übertragung.
Inkrementelle Übertragung und Aufbewahrung
Nach der Erstsicherung überträgt Veeam nur noch geänderte Daten. Wie lange Wiederherstellungspunkte im Cloud Repository bleiben, legen Sie im Job fest, etwa 30 tägliche Punkte. Für längere Zeiträume gibt es die GFS-Aufbewahrung (Grandfather-Father-Son) mit wöchentlichen, monatlichen oder jährlichen Vollsicherungen. Jede Stufe belegt Speicher, und bei aktivierter Unveränderbarkeit lassen sich Daten erst nach Fristablauf löschen. Planen Sie einen Puffer ein.
Wiederherstellung aus der Cloud realistisch einplanen
Einzelne Dateien oder Mails holen Sie auch aus dem Cloud Repository vergleichsweise schnell zurück. Bei ganzen Servern bestimmt die Leitung das Tempo: Bei angenommenen 100 Mbit/s Download, davon 80 % nutzbar, dauert die reine Übertragung von 700 GB rund 19,5 Stunden (700 × 8.000 ÷ 80 ÷ 3.600). Instant VM Recovery, also das direkte Starten einer VM aus dem Backup, ist laut Veeam aus dem Cloud Repository auf Kundenseite grundsätzlich nicht vorgesehen, von wenigen plattformabhängigen Ausnahmen abgesehen.
Die lokale Sicherung bleibt deshalb Ihr Werkzeug für schnelle Wiederherstellungen, die Offsite-Kopie die Absicherung für den Totalausfall. Halten Sie im Notfallplan fest, wohin Sie wiederherstellen und über welche Leitung. Wie Sie das üben, zeigt der Beitrag Wiederherstellung testen.
Was kostet ein Offsite-Backup?
Marktpreise für Hardware, Stellplatz und Cloud-Speicher schwanken stark. Statt Pauschalzahlen zeigen wir die Kostenbestandteile, die Sie vergleichen sollten:
| Weg | Einmalig | Laufend | Oft unterschätzt |
|---|---|---|---|
| Wechselnde USB-Festplatten | Festplatten | Ersatz nach einigen Jahren | Arbeitszeit, vergessene Wechsel |
| NAS am zweiten Standort | NAS, Festplatten | Strom, Leitung, Wartung | Updates, Hardwaretausch, Raumsicherheit |
| Band (LTO) | Laufwerk oder Bibliothek, Medien | Medien, Lagerung, Transport | Handling, Generationswechsel |
| Eigener Server im Rechenzentrum | Server, Speicher | Stellplatz, Strom, Anbindung, Wartung | Betrieb, Patches, Vor-Ort-Einsätze |
| Objektspeicher in der Public Cloud | eigene Einrichtungszeit | Speicher je GB, ggf. Anfragen und Datenabruf | Kosten großer Wiederherstellungen |
| Veeam Cloud Connect | eigene Einrichtungszeit | Monatspreis je Gerät und Speicher | Bandbreite, Puffer für Datenwachstum |
Bei allen Wegen kommt interne Arbeitszeit für Überwachung und Wiederherstellungstests hinzu.
Rechenbeispiel: drei Server bei myveeam.cloud
Ein typisches KMU sichert drei Server (VMs oder physische Server) mit Veeam. Im Cloud Repository fallen inklusive Aufbewahrung rund 1 TB an, passend zum Beispiel oben: 700 GB Vollsicherung plus rund 30 tägliche Änderungen à 10 GB. Mit unseren Preisen ergibt sich:
| Position | Rechnung | Monatlich (netto zzgl. USt.) |
|---|---|---|
| Grundpaket inkl. 1 Gerät und 200 GB | 1 × 39,90 € | 39,90 € |
| Zwei weitere Geräte | 2 × 6,90 € | 13,80 € |
| Speicherpaket 1 TB | 1 × 36,00 € | 36,00 € |
| Summe | 89,70 € |
Die Speicherpakete kommen zu den 200 GB des Grundpakets hinzu: Mit 500 GB wären es 700 GB und damit zu knapp, mit dem 1-TB-Paket stehen 1,2 TB bereit - rund 200 GB Puffer für Datenwachstum. Aufs Jahr sind das 1.076,40 € netto zzgl. USt. - ohne Mindestlaufzeit, monatlich kündbar, nur für Unternehmen. Nicht enthalten sind Ihre lokale Backup-Umgebung (Backup-Server, Speicher, Veeam-Lizenzen), Ihr Internetanschluss und buchbare Zusatzleistungen wie Unveränderbarkeit, Insider Protection oder die 24/7-Hotline; die Konditionen nennen wir Ihnen gern. Mehr auf unserer Seite zu Veeam Cloud Connect.
Datenschutz und Recht: Was ist zu beachten?
- Auftragsverarbeitung: Speichern Sie Sicherungen bei einem Dienstleister, ist das Auftragsverarbeitung - Sie brauchen einen Vertrag nach Art. 28 DSGVO.
- Speicherort und Rechtsraum: Klären Sie Land und Rechenzentrum, beteiligte Unterauftragnehmer und das Recht, dem der Anbieter unterliegt.
- Eigener Schlüssel: Das BSI empfiehlt bei erhöhtem Schutzbedarf, alle Datensicherungen zu verschlüsseln und die Schlüssel getrennt zu sichern (CON.3.A13).
- Backup ist kein Archiv: Steuerlich relevante Unterlagen sind nach § 147 AO je nach Art zehn, acht oder sechs Jahre aufzubewahren - nach den GoBD vollständig, unveränderbar und maschinell auswertbar. Ein Backup dient der Wiederherstellung und wird nach seiner Aufbewahrungsfrist überschrieben; es ersetzt kein revisionssicheres Archiv.
- Löschkonzept: Aufbewahrungsfristen für Sicherungen sollten zu Ihrem Löschkonzept passen.
Hinweis: Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Für verbindliche Aussagen wenden Sie sich an Ihren Datenschutzbeauftragten, Ihre Steuerberatung oder eine Rechtsanwältin bzw. einen Rechtsanwalt.
Checkliste: Worauf achten Sie bei der Anbieterauswahl?
- Standort: Land und Rechenzentrum schriftlich bestätigt, Rechtsraum des Anbieters geklärt.
- Zertifizierung: zum Beispiel ISO/IEC 27001 - und klar, worauf sich das Zertifikat bezieht.
- AVV: Vertrag nach Art. 28 DSGVO, Liste der Unterauftragnehmer.
- Verschlüsselung: auf dem Transportweg und mit eigenem Schlüssel, den nur Sie kennen.
- Schutz vor Löschung: Unveränderbarkeit und Papierkorb verfügbar, Aufbewahrungsdauer wählbar.
- Zugänge: eigene Zugangsdaten außerhalb Ihres Active Directory.
- Kosten: transparent für Geräte und Speicher, Gebühren für Datenabruf geklärt.
- Vertragslaufzeit und Ausstieg: kurze Kündigungsfristen und ein beschriebener Weg zurück zu Ihren Daten.
- Große Wiederherstellungen: Welche Wege gibt es, wenn die Leitung für einen kompletten Restore zu langsam ist?
- Support: Erreichbarkeit, Sprache und Reaktionszeiten, bei Bedarf auch nachts und am Wochenende.
- Testmöglichkeit: kostenloser Test mit echten Daten, einschließlich Wiederherstellung.
In 5 Schritten zum Offsite-Backup
- Bestandsaufnahme: Systeme, Datenmengen, tägliche Änderungsrate, vorhandene Backup-Software und tatsächliche Upload-Bandbreite erfassen. Denken Sie auch an Daten außerhalb Ihrer Server, etwa in Microsoft 365.
- Ziele festlegen: RPO und RTO je System, Aufbewahrungsdauer, Bedarf an Unveränderbarkeit, Budget.
- Testen: Testzugang einrichten, ein repräsentatives System sichern, echte Übertragungszeiten messen.
- Einrichten: Backup-Copy-Jobs, Verschlüsselung mit eigenem Passwort, Aufbewahrung, bei Bedarf Seeding, Fehlerbenachrichtigungen. Passwort und Zugangsdaten getrennt vom Backup-Server hinterlegen.
- Wiederherstellung testen: Eine Datei und einen kompletten Server aus der Offsite-Kopie zurückholen, die Zeit mit Ihrem RTO vergleichen und den Test regelmäßig wiederholen.
So läuft die kostenlose Testphase bei myveeam.cloud: Sie dauert bis zu 30 Tage und endet jeweils zum Monatsende. In dieser Zeit können Sie die Schritte 3 bis 5 mit Ihren eigenen Daten durchspielen. Schreiben Sie uns an hello@myveeam.cloud oder rufen Sie an unter +49 8106 928 9493. Machen Sie danach weiter, gelten die oben genannten Monatspreise ohne Mindestlaufzeit.
Häufige Fragen
Ist eine Synchronisation mit einem Cloud-Speicher ein Offsite-Backup?
Nein. Eine Synchronisation überträgt auch Löschungen und verschlüsselte Dateien. Versionierung hilft nur begrenzt und ersetzt keine unabhängige Kopie mit eigener Aufbewahrung und eigenen Zugangsdaten.
Wie weit entfernt sollte das Offsite-Ziel sein?
Eine feste Distanz gibt es nicht. Mindestens ein anderer Brandabschnitt, besser ein anderer Ort - gegen Hochwasser hilft nur ein Ziel außerhalb der Region.
Brauche ich die lokale Sicherung noch, wenn ich in die Cloud kopiere?
Ja. Die lokale Sicherung ermöglicht schnelle Wiederherstellungen im Alltag, die Offsite-Kopie schützt vor dem Totalausfall. Erst beides zusammen erfüllt die 3-2-1-Regel.
Kann der Anbieter meine Daten lesen?
Wenn Sie die Sicherungen im Veeam-Job mit eigenem Passwort verschlüsseln, liegen sie beim Provider nur verschlüsselt vor. Das Passwort kennen nur Sie - bewahren Sie es sicher und getrennt auf.
Brauche ich Veeam Backup & Replication für Cloud Connect?
Für die Sicherung ganzer virtueller Maschinen ja. Einzelne Server und Arbeitsplätze können auch mit Veeam Agents für Windows, Linux oder macOS direkt in ein Cloud Repository sichern, allerdings nur in der Workstation- oder Server-Edition.
Fazit
Ein Offsite-Backup gehört in jedes Datensicherungskonzept - nicht wegen einer einzelnen Vorschrift, sondern weil Brand, Diebstahl und Ransomware lokale Sicherungen mittreffen können. Entscheidend ist die Trennung: räumlich, im Netz, bei den Zugangsdaten und zeitlich durch Unveränderbarkeit. USB-Platten, NAS, Band, Colocation, Objektspeicher und Cloud Connect können das leisten, unterscheiden sich aber deutlich in Aufwand, Fehleranfälligkeit und Kostenstruktur. Planen Sie Bandbreite und Wiederherstellungszeit realistisch und testen Sie den Ernstfall, bevor er eintritt.
Wir sind Veeam Cloud & Service Provider und registrierter Veeam Value-Added Reseller. Mit Veeam Cloud Connect übertragen Sie Ihre Backup-Kopien verschlüsselt in unser Cloud Repository in einem nach ISO/IEC 27001 zertifizierten Rechenzentrum in Deutschland, auf Wunsch zusätzlich mit eigenem Schlüssel. Unser Cloud Repository ist ein Veeam Hardened Repository; Unveränderbarkeit und Insider Protection sind mit frei wählbarer Aufbewahrungsdauer buchbar, den Auftragsverarbeitungsvertrag stellen wir. Soll auch Ihr Backup-Server vor Ort überwacht werden, übernimmt das unser Veeam Managed Service mit individuell vereinbarten Reaktionszeiten.
Quellen
- BSI: IT-Grundschutz-Baustein CON.3 Datensicherungskonzept (Edition 2023)
- BSI: Maßnahmenkatalog Ransomware (23.02.2022)
- BSI: Die Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2025 (11.11.2025)
- LSI Bayern: LSI-Info T#01 Datensicherung (Backup und Recovery) (Version 1.3, 10.02.2020)
- GDV: Allgemeine Versicherungsbedingungen für die Cyberrisiko-Versicherung (AVB Cyber) (Stand Februar 2024)
- Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), Art. 28 und 32 (27.04.2016)
- BSI-Gesetz (BSIG), § 30 (in Kraft seit 06.12.2025)
- Abgabenordnung, § 147 Ordnungsvorschriften für die Aufbewahrung von Unterlagen (abgerufen 05.10.2026)
- BMF: GoBD, 2. Änderung (14.07.2025)
- Veeam Help Center: How Veeam Cloud Connect Backup Works (Version 13, abgerufen 05.10.2026)
- Veeam Help Center: Ports (Veeam Cloud Connect) (Version 13.1.1, abgerufen 05.10.2026)
- Veeam Help Center: Cloud Repository (29.07.2026)
- Veeam Help Center: Insider Protection (abgerufen 05.10.2026)
- Veeam Help Center: Data Encryption and Throttling (abgerufen 05.10.2026)
- Veeam Help Center: Encryption Standards (abgerufen 05.10.2026)
- Veeam Help Center: Tasks with Cloud Repository (abgerufen 05.10.2026)
- Veeam Help Center: Veeam Cloud Connect Backup - Limitations (24.09.2026)
- Veeam Help Center: Veeam Agent for Microsoft Windows - Backup to Veeam Cloud Connect Repository (abgerufen 05.10.2026)
- Veeam Help Center: Veeam Agent for Linux - Backup to Veeam Cloud Connect Repository (Version 13.1.1, abgerufen 05.10.2026)
- Veeam Help Center: Veeam Agent for Mac - Backup to Veeam Cloud Connect Repository (abgerufen 05.10.2026)
- Veeam KB2264: Backup Copy Seeding and Mapping for Cloud Connect (24.10.2024)
- Veeam Help Center: Long-Term Retention Policy (GFS) (abgerufen 05.10.2026)
- Veeam Help Center: How Immutability Works (Object Storage) (abgerufen 05.10.2026)
- Veeam Blog: Backup-Kopien, die Angriffen standhalten (30.09.2026)
- Veeam Blog: 3-2-1 Backup Rule (abgerufen 05.10.2026)
- AWS: Locking objects with Object Lock (abgerufen 05.10.2026)
- AWS: Amazon S3 Pricing (abgerufen 05.10.2026)
- LTO Program: LTO Generation Compatibility (abgerufen 05.10.2026)
- LTO Program: New 40 TB LTO-10 Cartridge Specifications (November 2025)